Der EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) ist ein wichtiger Referenzzinssatz, der vom European Money Markets Institute (EMMI) berechnet wird. Er gibt an, zu welchen Konditionen sich Euro-gehende Banken untereinander Geld leihen.

Der EURIBOR wird täglich für verschiedene Laufzeiten berechnet, von einem Werktag bis hin zu einem Jahr. Er dient als Basiszinssatz für viele Finanzprodukte in Europa, wie zum Beispiel Hypotheken, Spareinlagen und Anleihen.

 

Berechnung des EURIBORs #

 

Der EURIBOR wird auf der Basis von Angeboten und Nachfragen der beteiligten Banken berechnet. Dazu werden täglich von einer repräsentativen Gruppe von Banken Meldungen über die Konditionen, zu denen sie sich gegenseitig Geld leihen, eingereicht. Aus diesen Meldungen wird dann der EURIBOR berechnet, indem der Mittelwert der Angebote für jede Laufzeit bestimmt wird.

 

Bedeutung des EURIBORs in der Finanzindustrie #

 

Der EURIBOR ist ein wichtiger Referenzzinssatz in der Finanzindustrie, der von vielen Banken und anderen Finanzinstituten in Europa verwendet wird, um ihre eigenen Zinsen für Finanzprodukte festzulegen.

Zum Beispiel werden viele Hypotheken in Europa an den EURIBOR angepasst. Das bedeutet, dass die Zinsen für diese Hypotheken regelmäßig überprüft werden und sich entsprechend der aktuellen Höhe des EURIBORs ändern. Auf diese Weise werden die Finanzierungskosten für die Kreditnehmer an die aktuellen Marktbedingungen angepasst.

Der EURIBOR wird auch als Basiszinssatz für andere Finanzprodukte wie zum Beispiel Spareinlagen und Anleihen verwendet. Er dient damit als wichtiger Orientierungspunkt für die Zinsen vieler Finanzprodukte in Europa und hat einen wesentlichen Einfluss auf die Finanzierungskosten von Unternehmen und Verbrauchern.

Insgesamt spielt der EURIBOR damit eine wichtige Rolle in der Finanzindustrie und trägt zu einer transparenten und effizienten Funktion der Finanzmärkte bei.

 

Geschichte #

 

Der EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) wurde 1998 von der European Money Markets Institute (EMMI) eingeführt, um einen Referenzzinssatz für den Euro-Geldmarkt bereitzustellen.

Der EURIBOR entstand als Reaktion auf die Einführung des Euro als gemeinsame Währung in der Europäischen Union im Jahr 1999. Mit der Einführung des Euro wurde der Bedarf nach einem gemeinsamen Referenzzinssatz für den Euro-Geldmarkt deutlich, um die Zinsen für Finanzprodukte in Europa zu harmonisieren und die Marktfunktionen zu verbessern.

Der EURIBOR wurde daher als täglich berechneter Durchschnittswert von Angeboten und Nachfragen der beteiligten Banken eingeführt. Er dient seitdem als wichtiger Referenzzinssatz für viele Finanzprodukte in Europa und hat einen wesentlichen Einfluss auf die Finanzierungskosten von Unternehmen und Verbrauchern.